Stein, Zeit und Klang in der scanplus galerie
Seit einigen Wochen begeistert die Verbindung von steinernen Skulpturen und vom Stein gedruckten Lithographien in der scanplus galerie. Im Video der Vernissage kommt der klangliche Aspekt mit den Improvisationen von Ulrike Stortz hinzu.
Ganz leicht verdauliche Kost war es nicht, was die Stuttgarter Violinistin Ulrike Stortz bei der Vernissage der Ausstellung „Stein und Zeit“ in der scanplus galerie bot. Die Violinistin, die in der Neuen Musik zu Hause ist und zu den handverlesenen Musikerinnen zählt, die Werke der rumänischen Komponistin Adriana Hölszky spielen, fühlte sich live und ohne doppelten Boden in die Arbeiten der beiden Künstler Angelika Flaig und Hans Madlinger hinein und näherte sich improvisierend und sehr sensitiv den ausgestellten Lithographien und Steinskulpturen an.
Bei ihrer Performance, die gleichzeitig auch ein komplexes Kurz-Konzert war, begeisterte sie zwischen den Besuchern spielend mit großer Virtuosität am Instrument, ließ den sowieso schon großen Sound-Kosmos aber durch ihren Gesang noch weiter wachsen. Eine Sequenz dieses intensiven Spiels, das die Besucher der Vernissage erleben konnten, hat der Klangkünstler und Filmemacher Andreas Usenbenz für uns festgehalten.
Die Kunst selbst ist in der scanplus galerie noch bis zum 4. Juli zu sehen. Angelika Flaig zeigt kraftvolle und großformatige Unikate, vom Solnhofener Kalkschiefer gedruckt. Zu Grunde liegen hier die feingeschliffene Litho-Oberfläche und dort der roh gebrochene Stein, der künstlerische wie auch der chemische Prozess, mit dem die Schönheit und die Einzigartigkeit des Steins auf Papier herausgearbeitet wird. Unterschiedlichste Papiere und Steine, gezielte Schichtungen und Überlagerungen sorgen für eine eindrucksvolle Bilderwelt.
Hans Madlinger nutzt für seine Skulpturen ebenfalls häufig Kalkstein. Oftmals muten seine Arbeiten fast meditativ an, faszinieren durch eine reduzierte Bearbeitung sowie mit Durchbrüchen und runden Lichtdurchlässen, die selbst den großen Objekten alle Schwere nehmen. Madlinger lässt das Material seine eigene Sprache sprechen und atmen. Er erzeugt eine Wirkung der Stille und Tiefe, inhaltlich wie formal und nimmt dies auch in seinen Wandarbeiten auf.